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Gedanken & Impulse.

Über Stabilität, Belastung und gesunde Arbeit.

Hier teile ich Beobachtungen aus meiner Arbeit mit Menschen und Unternehmen: Was Menschen stärkt, was sie belastet und was Organisationen daraus lernen können.

11. Oktober 2026 · Unternehmen · 6 Min. Lesezeit

Drei Worte, die Unternehmen teuer kommen: „Geht schon noch.“

Warum ausgerechnet die loyalsten Mitarbeiter zum unterschätzten Unternehmensrisiko werden können.

Infografik: Arbeiten trotz Krankheit in Österreich – 65 Prozent österreichweit 2025, 72 Prozent in Oberösterreich, 94 Prozent bei starkem Arbeitsdruck, Gründe, Folgen und Krankenstandskosten laut WIFO

„Geht schon noch“ klingt nach Einsatz. Aktuelle Zahlen aus Österreich zeigen, wie eng Arbeitsdruck und Arbeiten trotz Krankheit zusammenhängen und warum gerade loyale Mitarbeiter zum unterschätzten Risiko werden können.

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„Geht schon noch.“

Drei Worte, die im Arbeitsalltag häufig als Zeichen von Belastbarkeit und Engagement verstanden werden. Schließlich läuft der Betrieb, die Aufgaben werden erledigt und die Ergebnisse stimmen.

Doch wie viel kostet es ein Unternehmen, wenn seine Mitarbeiter dauerhaft mehr leisten, als ihnen guttut?

Wenn Loyalität zur Belastung wird

Menschen mit einem ausgeprägten Verantwortungsbewusstsein übernehmen Aufgaben, auch wenn ihre Kapazitäten längst ausgeschöpft sind. Ihr Pflichtbewusstsein lässt sie weitermachen, weil sie ihre Kollegen nicht im Stich lassen wollen. Und ihre Loyalität gegenüber dem Unternehmen führt dazu, dass sie zusätzliche Belastungen über längere Zeit mittragen.

Diese Eigenschaften sind für Unternehmen ausgesprochen wertvoll.

Problematisch wird es, wenn aus freiwilligem Engagement eine dauerhafte Erwartung entsteht. Wenn zusätzliche Aufgaben nicht mehr als Ausnahme gelten, sondern selbstverständlich werden. Und wenn Verlässlichkeit mit unbegrenzter Belastbarkeit verwechselt wird.

Wie stark dieses Pflichtgefühl wirken kann, zeigt eine 2025 veröffentlichte Untersuchung der Arbeiterkammer Oberösterreich: 57,3 Prozent der Befragten, die trotz Krankheit gearbeitet hatten, nannten ihr Pflichtgefühl gegenüber Kollegen als Grund. 39,3 Prozent wollten vermeiden, dass ihre Arbeit liegen bleibt, und 39 Prozent gaben an, dass keine Vertretung vorhanden war.

Was Unternehmen als besondere Einsatzbereitschaft schätzen, kann unter ungünstigen Bedingungen zur gesundheitlichen und wirtschaftlichen Belastung werden.

Was die Zahlen aus Österreich zeigen

Die aktuellen Untersuchungen der Arbeiterkammer Oberösterreich und des WIFO zeigen, dass Arbeitsdruck und gesundheitliche Einschränkungen längst wirtschaftlich relevante Dimensionen erreicht haben.

Laut dem österreichweiten Arbeitsklima Index haben 65 Prozent der Beschäftigten im Jahr 2025 innerhalb von sechs Monaten zumindest einmal trotz gesundheitlicher Einschränkungen gearbeitet. 2024 waren es 62 Prozent.

Die Arbeiterkammer Oberösterreich veröffentlichte im Juli 2026 weitere Ergebnisse: 72 Prozent der oberösterreichischen Beschäftigten berichteten, 2025 trotz Krankheit gearbeitet zu haben.

Besonders auffällig ist der Zusammenhang mit Arbeitsdruck. Unter den stark belasteten Beschäftigten lag dieser Anteil bei 94 Prozent, während es bei geringer oder keiner Belastung 66 Prozent waren.

Das bedeutet einen Unterschied von 28 Prozentpunkten. Die Zahlen belegen zwar keinen unmittelbaren Ursache-Wirkungs-Zusammenhang, zeigen aber deutlich, wie eng Arbeitsdruck und das Arbeiten trotz Krankheit miteinander verbunden sind.

Auch die Folgen werden sichtbar. In der oberösterreichischen Untersuchung berichteten 45 Prozent, dass sie sich öfter abgeschlagen fühlten. 29 Prozent waren bei der Arbeit unkonzentriert und 22 Prozent gaben an, durch das Arbeiten trotz Krankheit länger krank gewesen zu sein als notwendig.

Diese Ergebnisse machen deutlich, dass gesundheitliche Belastungen nicht erst dann zum betrieblichen Problem werden, wenn Mitarbeiter ausfallen.

Die Kosten beginnen lange vor dem Krankenstand

Ein Mitarbeiter muss nicht krankgeschrieben sein, damit ein Unternehmen bereits Leistung verliert.

Wer dauerhaft unter hoher Belastung arbeitet, kann Schwierigkeiten haben, sich zu konzentrieren, Entscheidungen zu treffen oder nach der Arbeit ausreichend zu regenerieren.

Dieses Phänomen wird im Zusammenhang mit Präsentismus diskutiert: Menschen arbeiten trotz gesundheitlicher Einschränkungen weiter, obwohl ihre Leistungsfähigkeit beeinträchtigt sein kann.

Für Unternehmen können daraus Fehler, Qualitätsverluste, Verzögerungen und zusätzliche Belastungen für Kollegen entstehen.

Anwesenheit ist eben nicht gleich Leistungsfähigkeit.

Die wirtschaftlichen Folgen sind häufig schwerer zu erkennen als Krankenstandstage. Denn während Fehlzeiten dokumentiert werden, bleiben Leistungseinbußen anwesender Mitarbeiter in betrieblichen Kennzahlen oft verborgen.

Wie groß die wirtschaftliche Bedeutung von Gesundheit und Arbeitsfähigkeit ist, zeigen die Berechnungen des WIFO.

Im Fehlzeitenreport 2026 werden für das Berechnungsjahr 2024 direkte Krankenstandskosten von rund 6 Milliarden Euro durch Entgeltfortzahlung und Krankengeld ausgewiesen. Hinzu kommen geschätzte Wertschöpfungsverluste von bis zu 8,8 Milliarden Euro.

Für das Jahr 2025 weist der Report außerdem einen Verlust von 4,0 Prozent der Jahresarbeitszeit durch krankheitsbedingte Fehlzeiten aus.

Diese Zahlen beziehen sich auf sämtliche Erkrankungen, nicht ausschließlich auf psychische Belastungen. Sie verdeutlichen jedoch die wirtschaftliche Tragweite gesundheitlich bedingter Leistungsausfälle.

Und sie zeigen nur einen Teil der möglichen Kosten. Denn die Auswirkungen von Präsentismus sind darin nicht vollständig erfasst.

Für Unternehmen stellt sich deshalb nicht nur die Frage, was ein Krankenstand kostet. Sondern auch, welche Leistung bereits verloren geht, bevor ein Mitarbeiter überhaupt ausfällt.

Verantwortung endet nicht beim Mitarbeiter

Natürlich trägt jeder Mensch Verantwortung für seine eigene Gesundheit. Doch Unternehmen können diese Verantwortung nicht vollständig auf ihre Mitarbeiter übertragen.

Die österreichische Gesetzgebung berücksichtigt das längst.

Seit 2013 sind Arbeitgeber im Rahmen des ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes verpflichtet, auch psychische Belastungen bei der Arbeit in die Arbeitsplatzevaluierung einzubeziehen.

Dabei geht es nicht darum, die psychische Verfassung einzelner Mitarbeiter zu beurteilen. Untersucht werden die Arbeitsbedingungen selbst: Arbeitsorganisation, Aufgabenverteilung, Arbeitsumgebung, Kommunikation und Führung.

Denn nicht jede Belastung lässt sich durch mehr persönliche Widerstandskraft ausgleichen.

Wenn Personalmangel, ständige Unterbrechungen, unklare Zuständigkeiten oder dauerhaft hoher Zeitdruck den Arbeitsalltag bestimmen, braucht es Veränderungen an den Arbeitsbedingungen.

Ein Resilienztraining kann Menschen unterstützen. Es ersetzt aber keine gesunde Arbeitsorganisation.

Wer rechtzeitig in gesunde Arbeitsbedingungen investiert, schafft die Voraussetzungen dafür, dass aus vermeidbaren Belastungen keine langfristigen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Probleme entstehen.

Was Unternehmen früher erkennen sollten

Ein einzelnes „Geht schon noch“ ist noch kein Warnsignal.

Wenn jedoch regelmäßig dieselben Menschen einspringen, Überstunden zur Normalität werden und Aufgaben nur noch durch zusätzlichen persönlichen Einsatz bewältigt werden können, lohnt sich ein genauer Blick.

Wie verteilen sich Verantwortung und Arbeitsbelastung tatsächlich? Welche Erwartungen sind unausgesprochen entstanden? Und haben Mitarbeiter überhaupt die Möglichkeit, ihre Belastungsgrenzen anzusprechen, ohne als weniger engagiert zu gelten?

Eine fundierte Evaluierung psychischer Belastungen, regelmäßige Gespräche und eine Führungskultur, in der Belastungen offen angesprochen werden können, schaffen dafür die Grundlage.

Entscheidend ist allerdings, dass aus den Erkenntnissen konkrete Veränderungen entstehen.

Das kann eine bessere Aufgabenverteilung sein, die Überprüfung von Arbeitsabläufen, die Entlastung von Führungskräften oder eine gezielte Verbesserung der Zusammenarbeit.

Wirksame Prävention beginnt nicht erst dort, wo Menschen ausfallen. Sie beginnt dort, wo Belastungen erkannt werden und noch rechtzeitig verändert werden können.

Für Unternehmen bedeutet das, Belastungsfaktoren systematisch zu erkennen, geeignete Maßnahmen abzuleiten und deren Wirksamkeit regelmäßig zu überprüfen.

Betriebliches Gesundheitsmanagement sollte deshalb nicht erst beginnen, wenn Fehlzeiten steigen oder wertvolle Mitarbeiter das Unternehmen verlassen.

Loyalität braucht gesunde Rahmenbedingungen

Unternehmen brauchen Menschen, die Verantwortung übernehmen, sich engagieren und auch in anspruchsvollen Situationen verlässlich bleiben.

Aber sie brauchen diese Menschen nicht nur heute. Sondern auch morgen, nächstes Jahr und darüber hinaus.

Deshalb ist es wirtschaftlich sinnvoll, nicht ausschließlich auf Leistung und Ergebnisse zu schauen, sondern ebenso auf die Bedingungen, unter denen diese Leistung entsteht.

Frühzeitiges Gegensteuern ist dabei weit mehr als eine Maßnahme zur Gesundheitsförderung. Es ist eine unternehmerische Entscheidung, die dazu beitragen kann, Fehlzeiten zu reduzieren, Produktivität zu sichern, Mitarbeiter zu binden und wertvolles Erfahrungswissen im Unternehmen zu halten.

Die österreichischen Untersuchungen machen deutlich, wie eng Arbeitsdruck, Pflichtbewusstsein und das Arbeiten trotz Krankheit miteinander verbunden sein können.

Wer sich auf das Verantwortungsbewusstsein seiner Mitarbeiter verlässt, muss auch Verantwortung für deren Arbeitsbedingungen übernehmen.

Denn die entscheidende Frage ist nicht, wie lange jemand noch durchhält.

Sondern warum ein Unternehmen wartet, bis aus einem „Geht schon noch“ ein kostspieliges „Es geht nicht mehr“ wird.

Psychologische Beratung für gesunde Arbeitswelten

Ich begleite Unternehmen dabei, psychische Belastungen im Arbeitsalltag frühzeitig zu erkennen, gesunde Arbeitsbedingungen zu fördern und die langfristige Arbeitsfähigkeit ihrer Mitarbeiter zu stärken.

Ob durch die Evaluierung psychischer Belastungen, betriebliches Gesundheitsmanagement oder die Beratung von Führungskräften und Teams: Ziel ist es, rechtzeitig wirksame Maßnahmen zu setzen, bevor vermeidbare Belastungen zu gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen führen.

Red’ma drüber.Regina Spindler

Quellen

  • Arbeiterkammer Oberösterreich, Arbeitsklima Index 2026: Präsentismus und Arbeitsbelastungen, Daten 2024/2025.
  • Arbeiterkammer Oberösterreich, Juli 2025: Untersuchung zu Pflichtgefühl und Arbeiten trotz Krankheit.
  • Arbeiterkammer Oberösterreich, Juli 2026: Präsentismus, Arbeitsdruck und gesundheitliche Folgen.
  • WIFO, Fehlzeitenreport 2026: Krankenstandsdaten 2025 und wirtschaftliche Berechnungen für 2024.
  • Österreichische Arbeitsinspektion: Arbeitsplatzevaluierung psychischer Belastungen gemäß ArbeitnehmerInnenschutzgesetz.

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6. Oktober 2026 · Privatpersonen · 4 Min. Lesezeit

Du hast es geschafft.

Und fragst dich, wie lange du das noch durchhältst.

Eine Frau feiert ihren Erfolg mit Sekt, daneben sitzt dieselbe Frau erschöpft am Schreibtisch

Du hast viel erreicht und merkst trotzdem, wie viel Kraft es dich inzwischen kostet. Warum die entscheidende Frage nicht ist, ob du das noch schaffst, sondern ob du so weiterleben möchtest.

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Du hast viel erreicht. Vielleicht hast du dir beruflich etwas aufgebaut, eine Position erreicht, für die du lange gearbeitet hast, Verantwortung übernommen oder dein eigenes Unternehmen erfolgreich gemacht. Du bist gut in dem, was du tust. Menschen verlassen sich auf dich, du triffst Entscheidungen, löst Probleme und weißt, wie man auch dann weitermacht, wenn es anstrengend wird. Eigentlich ist vieles genauso gekommen, wie du es dir einmal gewünscht hast.

Und trotzdem taucht irgendwann dieser Gedanke auf: Wie lange will ich das eigentlich noch so machen? Nicht, weil plötzlich alles schlecht ist. Nicht, weil du das Erreichte nicht mehr schätzt. Sondern weil du merkst, wie viel Kraft es dich inzwischen kostet.

Du kannst viel. Deshalb machst du auch viel.

Mit dem Erfolg ist meistens noch etwas anderes gewachsen: mehr Verantwortung, mehr Verpflichtungen, mehr Entscheidungen und mehr Menschen, die etwas von dir brauchen. Das passiert nicht über Nacht, sondern Stück für Stück. Eine zusätzliche Aufgabe hier, noch eine Verantwortung dort. Und weil du viel tragen kannst, trägst du weiter.

Wenn der Kalender immer voller wird, organisierst du eben besser. Wenn der Kopf abends nicht zur Ruhe kommt, versuchst du abzuschalten. Wenn die Wochenenden zu kurz werden, hoffst du auf den nächsten Urlaub. Gerade ist eben viel los. Das stimmt wahrscheinlich sogar. Nur ist dieses „gerade“ manchmal erstaunlich hartnäckig und irgendwann merkst du, dass aus einer intensiven Phase längst ein Dauerzustand geworden ist.

Seit wann ist Durchhalten eigentlich das Ziel?

Die entscheidende Frage ist vielleicht gar nicht, ob du das noch schaffst. Natürlich schaffst du es. Du hast wahrscheinlich schon ganz andere Dinge geschafft. Viel interessanter ist die Frage, ob du möchtest, dass dein Leben dauerhaft so aussieht.

Denn zwischen etwas schaffen können und etwas weiterhin so leben wollen liegt ein großer Unterschied. Du kannst stolz auf das sein, was du erreicht hast, und gleichzeitig feststellen, dass der Preis dafür inzwischen zu hoch geworden ist. Das eine nimmt dem anderen nichts weg.

Wir messen Erfolg gerne daran, was jemand erreicht hat: Verantwortung, berufliche Entwicklung, Einkommen, Anerkennung oder das eigene Unternehmen. Viel seltener stellen wir die Frage, wie es dem Menschen eigentlich in diesem Erfolg geht.

Erfolg ist kein Vertrag auf Lebenszeit

Was einmal genau richtig war, muss nicht für immer richtig bleiben. Menschen verändern sich, Lebenssituationen verändern sich und Prioritäten ebenso. Ein Ziel, für das du vor zehn Jahren mit voller Überzeugung gearbeitet hast, darf heute eine andere Bedeutung haben.

Das Erreichte verliert deshalb nicht seinen Wert. Du musst auch nicht alles infrage stellen oder hinschmeißen, nur weil du merkst, dass etwas nicht mehr passt. Vielleicht beginnt Veränderung viel früher: damit, ehrlich hinzusehen, was du behalten möchtest und was heute nicht mehr zu deinem Leben passt.

Gerade bei einem erfolgreichen Weg ist das nicht immer einfach. Schließlich hast du viel investiert, um dorthin zu kommen. Aber genau deshalb lohnt es sich, irgendwann nicht nur zu fragen, was du erreicht hast, sondern auch, ob die Art, wie du heute lebst und arbeitest, noch zu dir passt.

Vielleicht brauchst du nicht noch mehr Kraft

Wenn die Belastung steigt, versuchen wir häufig zuerst, noch besser damit zurechtzukommen. Wir organisieren effizienter, setzen Grenzen, nehmen uns vor, wieder mehr Sport zu machen, besser zu schlafen oder uns bewusster zu erholen. All das kann sinnvoll sein. Eine entscheidende Frage beantwortet es allerdings nicht: Möchtest du deinen derzeitigen Alltag besser bewältigen oder möchtest du etwas an diesem Alltag verändern? Selbstführung bedeutet nicht, sich selbst so zu optimieren, dass man noch mehr aushält. Sie bedeutet auch, rechtzeitig wahrzunehmen, wenn das eigene Leben begonnen hat, hauptsächlich aus Verpflichtungen, Erwartungen und Funktionieren zu bestehen.

Worauf wartest du?

Darauf, dass durch Zauberhand plötzlich weniger Arbeit auf deinem Tisch landet? Dass jemand kommt und dir einen Teil der Verantwortung abnimmt? Dass sich die Umstände ändern und dein Alltag dadurch leichter wird?

Oft wissen wir längst, dass es so nicht weitergehen kann – und warten trotzdem darauf, dass die Lösung von außen kommt. Währenddessen machen wir weiter wie bisher.

Manchmal beginnt der erste Schritt damit, die eigene Situation auszusprechen und genauer hinzusehen: Was kostet gerade zu viel Kraft? Was soll bleiben? Und was möchtest du anders haben?

Du hast viel geschafft. Vielleicht ist jetzt der richtige Zeitpunkt, nicht noch mehr zu schaffen, sondern selbst zu entscheiden, wie es für dich weitergehen soll.

Du musst nicht warten …

Du möchtest darüber sprechen?Im Erstgespräch schauen wir gemeinsam auf deine Situation.

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30. September 2026 · Unternehmen · 2 Min. Lesezeit

20 % mehr Gehalt

… und niemand im Unternehmen hat es bemerkt

Erschöpfter Mann am Schreibtisch, von allen Seiten kommen weitere Anforderungen

Mitarbeiter, die krank oder erschöpft trotzdem arbeiten, kosten mehr als jeder Krankenstand. Nur sieht man es nicht. Warum sich der Blick auf Präsentismus wirtschaftlich lohnt.

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Er kommt jeden Morgen zur Arbeit, erledigt seine Aufgaben und geht am Abend wieder nach Hause. Vielleicht ist er langsamer geworden. Vielleicht passieren ihm häufiger Fehler. Entscheidungen fallen schwerer, die Konzentration lässt nach.

Auf den ersten Blick kein großes Drama. Auf Dauer möglicherweise schon.

Präsentismus hinterlässt keine Position in der Bilanz. Die Rechnung bezahlt das Unternehmen trotzdem.

Präsentismus bedeutet: Menschen arbeiten, obwohl sie gesundheitlich angeschlagen, erschöpft oder psychisch stark belastet sind. Dabei geht es nicht um einen Tag oder eine Nacht, die schlecht war. Wir sprechen über Belastungen, die Wochen und manchmal Monate andauern.

Die unsichtbare Rechnung

Ein Krankenstand fällt auf. Präsentismus nicht unbedingt. Die Arbeit dauert einfach ein bisschen länger, ein Kollege hilft schnell mit, die Führungskraft schaut noch einmal drüber. Ein Fehler muss ausgebessert werden oder der Kunde ruft ein zweites Mal an, weil etwas liegen geblieben ist.

Jeder Punkt für sich eine Kleinigkeit. Aber wer bezahlt eigentlich all diese Kleinigkeiten? Das Unternehmen. Und möglicherweise gleich mehrfach. Denn wenn eine Kollegin zusätzliche Arbeit übernimmt, fehlt ihre Zeit an anderer Stelle und sie ist stärker belastet. Wenn die Führungskraft ständig nachkontrolliert, kann sie in dieser Zeit nicht führen. Und wenn Fehler korrigiert werden müssen, wird dieselbe Arbeit im schlechtesten Fall zweimal bezahlt. So kann aus einem Mitarbeiter, der „eh immer da ist“, ein ziemlich teurer Mitarbeiter werden.

Es trifft oft die Engagiertesten

Dabei reden wir bei Präsentismus nicht automatisch von Mitarbeitern, die keine Lust mehr haben. Ganz im Gegenteil! Es sind oft Menschen mit einem hohen Verantwortungsgefühl. Menschen, die ihre Kollegen nicht hängen lassen wollen, die wissen, dass ohnehin gerade viel zu tun ist und die nicht wegen jeder Kleinigkeit zu Hause bleiben.

„Geht schon.“ Diesen Satz kennen wir vermutlich alle. Und meistens geht es tatsächlich noch eine ganze Weile. Menschen können erstaunlich lange funktionieren. Nur heißt funktionieren noch lange nicht, dass sie ihre volle Leistung bringen können.

Unternehmen schauen auf Fehlzeiten. Natürlich. Sie kosten Geld und lassen sich messen. Aber was sagt eine niedrige Krankenstandsquote tatsächlich aus? Dass alle gesund sind? Vielleicht. Oder dass einige auch dann arbeiten, wenn sie besser nicht arbeiten würden? Auch möglich. Genau das macht Präsentismus so tückisch. Krankenstand ist sichtbar. Eingeschränkte Leistungsfähigkeit nicht unbedingt.

Kein Sozialprojekt, sondern Wirtschaftlichkeit

Ich war selbst viele Jahre Führungskraft und Prokuristin und weiß, dass ein Unternehmen kein Sozialprojekt ist. Es muss wirtschaftlich arbeiten. Es braucht Leistung, Verlässlichkeit und Menschen, die Verantwortung übernehmen. Gerade deshalb sollten wir über Präsentismus reden. Nicht nur aus Fürsorge für Mitarbeiter, sondern weil es wirtschaftlich schlicht keinen Sinn ergibt, Menschen über längere Zeit fürs Funktionieren zu bezahlen, während ihre tatsächliche Leistungsfähigkeit immer weiter sinkt.

20 % mehr Gehalt, das sehen Sie auf der Gehaltsabrechnung. 20 % weniger Leistung nicht.

Beides bezahlt das Unternehmen.

Wie viel Präsentismus kostet Ihr Unternehmen, ohne dass Sie es sehen?

Wenn Sie wissen möchten, wo in Ihrem Unternehmen Belastungen entstehen und welche Auswirkungen sie auf Arbeitsfähigkeit und Leistung haben, dann reden wir darüber.

Sie möchten darüber sprechen?Im Erstgespräch schauen wir gemeinsam auf Ihre Situation.

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Regina Spindler · Schramlgut 19 · 4180 Zwettl an der Rodl · Österreich Impressum · Datenschutz · Cookie-Einstellungen